Blut-Untersuchungen

Auf unseren Auftragsformularen finden Sie eine Farblegende, welche Ihnen die Suche nach dem richtigen Entnahmeröhrchen erleichtert.
Wenn nichts vermerkt ist, bitten wir Sie, Serum ausschliesslich in unseren Versandröhrchen mit blauem Deckel einzusenden. Sie ermöglichen uns dadurch die sofortige Diagnostik mit den Analysenautomaten, sowie das Anlegen der Serothek mit den Originalröhrchen. 

 

Nachfolgend gelangen Sie direkt zu den einzelnen Themen:


 

Entnahmereihenfolge der Blutröhrchen

Präanalytische Einflussgrössen

Vorbereitung des Patienten und Blutentnahme

Zentrifugation in der Praxis

Spezielle Aufbewahrungs- und Transportvorschriften

Mengenangaben für die pädiatrische Praxis

Herstellung eines Blutausstriches (Differential- Blutbild)

Automatische Leukozyten-Differenzierung

Herstellung des dicken Tropfens (Malaria-Abklärung)

 

 

Entnahmereihenfolge der Blutröhrchen

  VacuettenMonovetten
1Nativblut (Chemie)Vacuette Rot-SchwarzROT-SCHWARZ
(ohne Gel)
Monovette WeissWEISS
(ohne Gel)
  Vacuette Rot-GelbROT-GELB
(mit Gel)
Monovette BraunBRAUN
(mit Gel)
2Citratblut 1:10 (Gerinnung)Vacuette HellblauHELLBLAUMonovette HellblauHELLBLAU
3Heparinblut (Chemie)Vacuette GrünGRÜNMonovette OrangeORANGE
4EDTA-Blut (Hämatologie)Vacuette ViolettVIOLETTMonovette RotROT
5Citratblut 1:5 (Blutsenkung)Vacuette SchwarzSCHWARZMonovette ViolettVIOLETT
6Fluoridblut (Glukose/Lactat)Vacuette GrauGRAUMonovette GelbGELB

 

 

Präanalytische Einflussgrössen

In vivo Einflüsse:

  • Medikamentöse Therapie
  • Alkohol, Rauchen
  • Ernährung
  • Entnahmezeit
  • Körperlage
  • Physische Aktivität
  • Geschlecht, Alter, Herkunft
  • Schwangerschaft
  • Diät

Chemische Interferenzen (in vitro):

  • Diverse Zusätze (Antikoagulantien, Glykolyse-, Proteasehemmer)
  • Hämolyse, Lipämie, Ikterie
  • Medikamente
  • Kontamination

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Vorbereitung des Patienten und Blutentnahme

  • Blutentnahme vorzugsweise am liegenden Patienten vornehmen.
  • Wenn möglich frühmorgens nüchtern (für bestimmte Lipiduntersuchungen sind 12-14 Stunden Nahrungskarenz unerlässlich).
  • Generell sollte die Blutentnahme immer unter denselben Bedingungen (Zeit, Lage,…) durchgeführt werden.
  • Venöse Stauung nicht länger als eine Minute (Zunahme der Konzentration von Proteinen, Enzymen, Lipoproteinen, zellulären Bestandteilen bis zu 10%). Die gleichen Auswirkungen werden bei einer Blutentnahme in aufrechter Körperlage beobachtet.
  • Bei Parametern mit zirkadianer Rhythmik (tageszeitabhängige Schwankungen) den Zeitpunkt der Blutentnahme beachten (siehe bei den einzelnen Parametern im alphabetischen Analysenverzeichnis).
  • Für Gerinnungsanalysen nur Citrat-Röhrchen (1:10) verwenden und genau bis zur Markierung auffüllen. Wenn zusätzlich zu anderen Gerinnungsanalysen Protein C und S oder D-Dimere verlangt sind, bitte jeweils zwei Citrat-Röhrchen einschicken. Die Probe sollte am gleichen Tag verarbeitet werden. Ist dies nicht möglich, bitte die Probe zentrifugieren, das Citrat-Plasma abpipettieren, einfrieren und am nächsten Tag gefroren dem Kurier mitgeben.
  • Für Analysen aus Serum muss das Nativ-Vollblut-Röhrchen nach vollständiger Gerinnung (ca. 30 Min.) abzentrifugiert und das Serum in ein Versandröhrchen überführt werden.
  • Für Analysen aus Plasma soll das Röhrchen am besten sofort nach der Blutentnahme zentrifugiert und das Plasma in ein Versandröhrchen (mit entsprechender Material-Beschriftung) überführt werden.

 

 

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Zentrifugation in der Praxis

Nach der Blutentnahme lassen Sie das Nativblut auf Raumtemperatur abkühlen und gerinnen (ca. 30 Min). Danach zentrifugieren Sie die Probe bei ca. 2000g gemäss der Anleitung Ihres Praxisgerätes für ca. 10 Minuten.

Wichtig: Nach Beendigung der Zentrifugation muss das Serum sofort vom Blutkuchen getrennt und im beschrifteten Versandröhrchen mit blauem Deckel verschlossen im Kühlschrank gelagert werden (einige Spezial-Parameter müssen entsprechend der Vorschrift des jeweiligen Testparameters gefroren gelagert und transportiert werden).

Wichtig: Röhrchen mit EDTA-Blut für Hämatologie (Blutbild) sollten unter keinen Umständen zentrifugiert werden.

 

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Spezielle Aufbewahrungs- und Transportvorschriften

  • Lichtgeschützt: Röhrchen mit Alufolie umwickeln.
  • Tiefgefroren: Kühlelement ohne Styroporhülle liegend min. 12 Stunden bei ca. -20 Grad Celsius einfrieren. Untersuchungsgut getrennt einfrieren und kurz vor Abholung/Versand in das Kühlelement geben. Kühlelement in Styroporhülle stecken. Deckel der Styroporhülle mit Gummiband sichern.

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Mengenangaben für die pädiatrische Praxis

Das nach der Zentrifugation erhaltene Serumvolumen beträgt ca. ein Drittel der ursprünglichen Vollblutmenge. Das eingesandte Probenvolumen sollte 150µl Serum (entsprechend ca. 400µl Vollblut) nicht unterschreiten.
Bei kapillären Blutentnahmen kann das Vollblut unzentrifugiert dem Kurier mitgegeben werden (Ausnahmen: Kalium, Glucose, Chlorid, Phosphat). Falls die Probe auf dem Postweg zu uns gelangt, bitten wir Sie, Serum einzusenden.

 

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Herstellung eines Blutausstriches (Differential-Blutbild)

Benötigtes Material:

  • EDTA-Blut
  • Kapillaren 50µl
  • Objektträger (evtl. mit mattem Ende für Beschriftung)
  • Geschliffenes Ausstrichglas nach Undritz

Wichtig: Der Blutausstrich muss innerhalb von zwei Stunden nach Blutentnahme aus dem EDTA-Blut hergestellt werden.

Ein kleiner Bluttropfen (ca. 10µl) wird ganz nahe beim Mattschild aufgetragen oder, bei Objektträger ohne Mattschild nahe am Rand der schmalen Seite platziert. Die Kante eines rund geschliffenen Glases (Undritz-Glas) wird im Winkel von 45° an den Bluttropfen geschoben. Sobald sich das Blut über die ganze Kante verteilt hat, das Deckglas kontinuierlich über den Objektträger schieben. Der Ausstrich sollte im letzten Drittel des Objektträgers mit rundem, regelmässigem Rand enden. Keinesfalls darf der Tropfen so gross sein, dass am Objektträgerrand ein Blut-Balken entsteht. Ein steil gewählter Ausstrich-Winkel >45° oder ein zu grosser Tropfen führen zu dicken Ausstrichen, ein flach gewählter Ausstrich-Winkel oder ein kleiner Tropfen Blut ergeben dünne Ausstriche.
Bei mikroskopischer Betrachtung müssen die Erythrozyten klar abgrenzbar nebeneinander liegen. Bilden die Erythrozyten mehrere Lagen übereinander, so ist ihre Form und Anfärbbarkeit nicht mehr sicher zu beurteilen.
Bitte schieben Sie nur gut luftgetrocknete (mind. 10 Min.) und mit Patientenangaben versehene Ausstriche in die Versandbehälter. Wenn möglich EDTA-Blut mitgeben, andernfalls bitte die bei Ihnen ermittelten Werte des Hämatogramms auf dem Auftragsformular im Feld Klinische Angaben vermerken (zur umfassenden Beurteilung des Blutbildes notwendig).

 

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Automatische Leukozyten-Differenzierung

Einzusendendes Material (alles mit Patientennamen versehen):

  • EDTA-Blut
  • 2 ungefärbte Blutausstriche

Die automatische Differenzierung eignet sich vorzüglich, um normale von pathologischen Blutbildern zu unterscheiden. Maschinell können 10‘000 Zellen pro Patient ausgewertet werden (Manuelles Diff. 2x100 Zellen). Sie erhalten so ein zuverlässiges Leukozytenscreening Ihres Patienten.
Sollte die maschinelle Differenzierung pathologisch ausfallen, so werden wir automatisch ein manuelles Blutbild mit den von Ihnen mitgelieferten Ausstrichen auswerten.


Indikation für ein primär manuelles Blutbild:

  • Leukämieabklärung
  • Unklare Anämie
  • Bakterielle und virale Infektionen
  • Pseudothrombopenie

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Herstellung des dicken Tropfens (Malaria-Abklärung)

Benötigtes Material:

  • EDTA-Blut
  • Deckglas oder Glaskapillare
  • Objektträger (evtl. mit mattem Ende für Beschriftung)


Wichtig: Den dicken Tropfen möglichst während eines Fieberschubes und sofort nach der Blutentnahme herstellen.

Den Blutstropfen auf dem Objektträger durch kreisende Bewegungen mit der Ecke eines weiteren Objektträgers (alternativ Deckglas oder Glaskapillare) langsam vergrössern. Durch die so entstandene Blutscheibe (Grösse etwa eines 20 Rappen Stückes) muss man eine sich unter dem Objektträger befindliche Schrift lesen können.

 


Einzusendendes Material (alles mit Patientennamen versehen):

  • 4 dicke Tropfen
  • 2 normale, ungefärbte Ausstriche
  • EDTA-Blut

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